Kupferfarben, magnetisch, ein Gewicht von 2,00 Gramm,
1,38 Millimeter dick und gerade mal 17,5 Millimeter groß: die 1-Pfennig-
Münze. Sie besteht aus Stahl, beidseitig mit Kupfer beschichtet. Im
Dorfmuseum Münster ist eine Ausstellung eröffnet worden, bei dem diese kleine
und unscheinbare Münze im Mittelpunkt steht. Von vielen Seiten her näherte
sich Pfarrer Ulrich Finger der Geschichte des Pfennigs. Er präsentiert dazu die
komplette Sammlung aller Pfennige, die in der Bundesrepublik von 1948 bis
2001 geprägt wurden. 167 Stück im Gesamtwert von ziemlich genau 83
Eurocent. Spannend berichtete Finger von der großen Geschichte der kleinsten
Währung.
Bis ins Jahr 1873 gab es eine regionale Währung. Ab 1874 dann Reichspfennige
aus Kupfer. Die Kriegsprägung 1917 war aus Aluminium - das Kleingeld knapp,
denn Münzmetall wurde für die Rüstung benötigt. Nach dem Krieg wurde mit
Münzen spekuliert, denn ihr Metallwert war höher als der Nennwert. An vielen
Orten wurden deshalb Notenmünzen geprägt oder eben als Kleingeldersatz auch
solche Gutscheine gedruckt – auch für Pfennige. Die Rentenpfennige ab 1923
waren wieder aus Kupfer. Der Reichspfennig war ab 1934 ebenfalls aus Kupfer,
ab 1940 aus Zink, mit aufgeprägtem Hakenkreuz, Ab 1946 erfolgte die Prägung
dann ohne das Nazi-Zeichen. Seit 1948 gab es dann die bundesrepublikanischen
Pfennige aus Kupfer mit Eisenkern. In der DDR waren die Pfennige aus
Aluminium, 0,75 Gramm leicht. Deutsche Pfennige gab es bis 2001, dann folgte
die Umstellung auf den Eurocent.
Natürlich wusste Finger auch über Peterspfennige, Judenpfennige, Zollpfennige
und Pfennigvereine zu berichten. Und in der Ausstellung gibt es auch alle jemals
herausgegebenen 1-Pfennig-Briefmarken der deutschen Geschichte zu sehen.
Da im Dorfmuseum noch Ausstellungstafeln frei waren, wurden diese
kurzerhand mit historischen Geldscheinen belegt. Vom 1000 Mark Schein des
Jahres 1908 bis zum höchsten Wert der Inflationszeit: 500 Billionen Mark.
Zum Abschluss verteilte Finger allen Besuchern ein altes nagelneues 2-
Pfennigstück aus einer Originalrolle aus dem Jahr 1975. Und: Wer sich mal wie
Dagobert Duck im Geldspeicher fühlen wollte, konnte seine Hände in eine große
Schüssel mit Münzen eintauchen und das Geklimper der Metallstücke aus aller
Welt genießen.
Die Ausstellung ist den ganzen Sommer über während der Öffnungstage des
Museums zu sehen. Oder auch „außer der Reihe“ nach Rücksprache mit Pfarrer
Finger (06483-6150).