Pfarramt Nauheim

Teil der Evangelischen GKG Heringen, Nauheim, Neesbach

Verkündigungsteam


Kontakt

Ev.Gesamtkirchengemeinde Heringen, Nauheim, Neesbach

Gemeindebüro

Alexandra Plewka

Sekretärin Gemeindebüro

Gemeindebüro

Öffnungszeiten:

Mittwoch + Donnerstag: 09:00 - 11:30 Uhr

Achim Hofmann

Vorsitzender KV

Gisela Schmidt

Küsterin

Besondere Angebote

Die Bücherei ist in Heringen im Erdgeschoss des Pfarrhauses, Hauptstr. 47 untergebracht. Die Ausleiehe ist weiterhin kostenlos. Zur gewohnten Zeit, mittwochs von 17 - 18 Uhr sind wir für Sie da. In den Schulferien ist die Bücherei geschlossen.
Weitere Infos zur Bücherei.

Historie

In Heringen wurde erstmals 1303 eine kleine Kapelle mit einem Marienaltar urkundlich erwähnt, die der Jungfrau Maria geweiht war. Neben der Kapelle gab es einen Friedhof, der heutige Denkmalplatz mit dem Kriegerdenkmal. 

Im Jahre 1380 bekam die Kapelle eine Glocke mit der Aufschrift Angelis Gloria und einem Durchmesser von 72 cm 

und im Jahre 1455 kam eine zweite Glocke dazu, die wahrscheinlich aus Niederheringen stammt. Die Ansiedlung Niederheringens wurde 1450 zuletzt urkundlich erwähnt und danach von ihren Bewohnern aufgegeben.

Im Jahre 1782 entschieden sich die Bewohner von Heringen eine neue, größere Kirche zu bauen, da nach der Pest und dem 30jährigen Krieg die Bevölkerungszahlen wieder anstiegen. Der Gemeinde fehlte es an Geldmitteln zur Errichtung eines neuen Gotteshauses und so sammelten die Kirchenältesten mit behördlicher Genehmigung Baumaterialen und Geldspenden in der Umgebung. Auch alle Leistungen der Gemeindemitglieder geschahen umsonst. So kostete die neue Kirche nur 6160 Gulden. Die alte Kapelle wurde abgerissen und das neue Kirchenschiff mit einer Innengröße von 10  x 20 Metern und einer Höhe von 9,40 Metern errichtet. Die Wände sind 1 Meter dick und die bleiverglasten Fenster erreichen eine Höhe von 5,80 Metern. Der hölzerne Kirchturm mit dem Wetterhahn weist eine Höhe von 34 Metern auf.

Im Jahre 1818 wurde die Kirchengemeinde Heringen von Mensfelden getrennt, dessen Kirchspiel sie bis zu diesem Zeitpunkt angehörte. Es kam immer wieder zu Unregelmäßigkeiten und Missständen in der kirchlichen Verwaltung und die Gemeindemitglieder mussten sonntäglich zu den Gottesdiensten in die Nachbargemeinde pilgern. Die hierfür benutzte Wegstrecke heißt heute noch „Kirchweg“. Heringen wurde daraufhin dem Kirchspel Kirberg zugewiesen.

Aus dem Franziskanerkloster in Hadamar wurde 1825 eine gebrauchte Orgel aus dem Jahr 1680 für 350 Gulden angeschafft und von dem berühmten Orgelbauer Daniel Raßmann restauriert und fachgerecht eingebaut. So wurde der Spieltisch an die Seite verlegt, die alten Pfeifen wiederverwendet, aber auch neue Pfeifen hinzugefügt. Der Harfe spielende David, der ursprünglich auf der Mitte der Orgel stand, wurde auf die Seite gestellt, da das Kirchenschiff zu niedrig war.
Eine passende Figur für das gegenüberliegende Podest wurde noch erworben, ebenso eine mit Intarsien verzierte Kanzel.

In den Rang einer Pfarrkirche wurde die Heringer Kirche erst im Jahre 1849 erhoben und die Gemeinde erhielt ihre erste eigene Pfarrstelle.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte wurde die Kirche immer wieder renoviert. Die 1907 angeschaffte 3. Glocke sowie etliche Orgelpfeifen mussten im ersten Weltkrieg abgegeben werden.

Sie erhielt 1914 elektrisches Licht und einen Ofen zum Heizen. 

Die Zivilgemeinde ließ 1916 eine Uhr in den Glockenturm installieren, die heute noch zuverlässig in Betrieb ist und weithin sichtbar die Uhrzeit anzeigt. 

Leider wurde im 2. Weltkrieg auch die alte Glocke Angelis Gloria abgeholt und eingeschmolzen, so dass nur noch die kleine Niederheringer Glocke im Turm hing. Sie trägt die Namen der vier Evangelisten „Matthäus, Markus, Lukas und Johannes“ und wurde 1455 gegossen.

Neue Glocken erhielt die Kirche dann 1952, für deren Anschaffung die Gemeindemitglieder 3.361 DM spendeten und sich die Kommunalgemeinde mit 8000 DM beteiligte. Die Ortsvereine gaben einen Zuschuss von 500 DM hinzu.

Innenrenovierungsmaßnahmen wurden in den fünfziger Jahren erneut durchgeführt, in deren Umfang unter dem Altarraum ein Keller gegraben und eine Warmluftheizung eingebaut wurde. Ein neuer Treppenaufgang zur Orgel wurde eingezogen und ein

neuer Zugang zur Kanzel geschaffen. Den Umbau und die Renovierungsarbeiten übernahmen überwiegend Handwerker und Gemeindemitglieder aus dem Dorf.

Im Jahre 1956 wurden Heringen und Kaltenholzhausen zu einer Pfarrgemeinde zusammengeschlossen. Dieser Zusammenschluss hielt fast 60 Jahre und wurde 2015 wieder aufgelöst.

In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Erneuerungsarbeiten am Glockenstuhl und Dachdeckerarbeiten sowie Verputzerarbeiten am Außen- und Innenmauerwerk wurden durchgeführt. Eine neue Außentreppe ersetzte die schlecht begehbare alte Treppe.

Wie sich die Kirche heute (2025) in ihrem äußeren Erscheinungsbild zeigt, wurde sie im Rahmen der letzten Außenrenovierung im Jahre 1999 gestrichen. Die in dunkelroter Farbe gestrichenen Fensterumrandungen beruhen auf Unterlagen, wonach die Farbe einst aus der eisenhaltiger Tonerde aus der Gemarkung gewonnen wurde. 

Bei der Innenrenovierung im Jahre 2008 wurde die Kirche wieder in ihre ursprüngliche Farbgestaltung, die anhand von Farbschichten im Putz nachgewiesen wurde, zurückversetzt und so zeigt sie sich nun wieder in ihrer barocken Schönheit. Die Kirche ist ein imposantes Bauwerk in der Mitte des Dorfes, das Heringer Bürger vor vielen Jahrhunderten erbauten. Wir zollen Ihnen Respekt für die enorme Leistung und freuen uns auf eine Jubiläumsfeier im Jahre 2035
zum 250-jährigen Bestehen.

Anita Dörner und Klaus Heckelmann


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